Bayerische Gartenakademie - Pressemitteilung
Aktuelle Hinweise rund ums Gartenjahr

Schmier und Schildläuse:
Pflanzenschädlinge mit Schutzschild


Veitshöchheim, den 03. Dezember 1998. Schmier-und Schildläuse sind saugende Insekten und eng verwandt mit den Blattläusen.
Sie besitzen besondere Einrichtungen, um ihren Körper vor Umwelteinflüssen zu schützen. Die Schädlinge befallen in erster Linie
Zimmerpflanzen, vor allem Citrus, Palmen, Farne, Oleander, Efeu, Gummibaum, Myrte, Kakteen, Orchideen, Asparagus, Schefflera
und Bromelien. Aber auch Obstbäume, Laub- und Nadelgehölze sowie Weinreben bleiben nicht verschont. Befallen werden zuerst
feuchtwarme, schattige Blattunterseiten sowie junge Sproßspitzen. Ebenso können Blattstiele, Sproßachsen und verholzte
Pflanzenteile betroffen sein. Befallene Blätter haben helle Flecke, vergilben oder fallen gar ab. Häufig weist die betroffene Pflanze
Stauchungen auf oder ist in ihrem Wachstum stark gehemmt. Die Schäden entstehen ausschließlich durch die Saugtätigkeit der
weiblichen Tiere. Die Männchen sind sehr selten und leben nur kurze Zeit.

Schmierläuse sind 2 bis 5 mm große, ovale, mit einer schützenden weißen Wachsschicht überzogene Schädlinge. Sie haben an
ihrem Körperende oft wachsüberzogene fadenförmige Anhänge. Ihre Eier legen sie in eine weiße, wollige Wachsausscheidung
hinein. Deshalb werden sie auch Wolläuse genannt. Schmierläuse saugen an den Leitungsbahnen der Pflanze und scheiden nach
der Verdauung eine klebrige, zuckerhaltige Flüssigkeit aus. Dieser "Honigtau" lockt Ameisen an und bildet den Nährboden für
Schwärzepilze, die zwar kaum schaden, aber unschön aussehen.

Schildläuse besitzen ein deckelförmiges, meist braunes Schutzschild über ihrem Körper, das die Schädlinge wie kleine Pusteln
auf der Pflanze erscheinen läßt. Die Schildlausarten unterscheiden sich in ihrem Körperbau und in ihrer Ernährungsweise
voneinander, deshalb unterteilt der Fachmann sie nochmals in Napf- und Deckelschildläuse.

Napfschildläuse sind 3 bis 5 mm lang und haben ein rundliches oder längliches Schild, das ist mit dem Körper fest verbunden ist
und sich nicht davon trennen läßt. Die Napfschildläuse ernähren sich wie die Schmierläuse und scheiden ebenso Honigtau aus.

Deckelschildläuse sind nur 1 bis 2 mm groß und tragen ein birnenförmiges, ovales oder rundliches Schild. Es läßt sich vom
Körper leicht abtrennen. Die Deckelschildläuse saugen an den Pflanzenzellen. Sie scheiden keinen Honigtau aus, aber während
der Nahrungsaufnahme geben sie giftige Stoffe an die Pflanze ab. Die Folge davon ist, daß neben den oben erwähnten
Symptomen zusätzlich um die Saugstellen herum gelbe, rote und braune Flecken entstehen.

Die Bekämpfung von Schmier- und Schildläusen ist durch deren besonderen "Körperschutz" schwierig. Außerdem werden sie
wegen ihrer geringen Größe und versteckten Lebensweise oft erst bei starkem Befall entdeckt. In der Gärtnerei können zur
Bekämpfung von Schmier- und Schildläusen natürliche Feinde, wie Schlupfwespen und Käfer, eingesetzt werden. Im Zimmer- und
Kleingarten müssen wir uns mit anderen Maßnahmen helfen. Wichtig ist es, die betroffene Pflanze von anderen zu isolieren, denn
in den jugendlichen Stadien sind die Tiere beweglich und breiten sich schnell auf die Nachbarpflanzen aus. Bei Befall einzelner
Pflanzenteile können diese vorsichtig mit Wasser und einem weichen Tuch gereinigt werden. Bei stärkerem Befall empfiehlt sich
ein Kaliseifepräparat oder ein mineralölhaltiges Mittel zur Bekämpfung. Sehr stark befallene Triebe sollte man vollständig
entfernen.

Verantwortlich: Kathrin Opitz, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
Tel.: 09 31 / 98 01-0 Durchwahl: -143 Fax: 09 31 / 98 01-100
An der Steige 15, 97209 Veitshöchheim